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Gartentipps
  • Arbeitskalender April
  • Gartentipps

Gemüse

  • Ab Mitte/Ende des Monats (mögliche Spätfröste bedenken) können einjährige Sommerblumen als Nützlingswiese gesät werden.
  • Wurzelgemüse wie Rettiche, Möhren, Petersilienwurzeln und Schwarzwurzeln für eine gute Rübenbildung auf Dämme (Abstand 30 oder 40 cm) säen.
  • Beim Stecken von Kartoffeln sollte ein Reihenabstand von 70 bis 75 cm gewählt werden, damit gut angehäufelt werden kann und eine gute Belüftung des Bestandes gegeben ist.
  • Vor den Sommerkulturen ist der Boden im Frühbeet und Kleingewächshaus für ein optimales Wurzelwachstum gut zu lockern.
  • Bei verfügbarer Fläche im Frühbeet können zwischen Mitte und Ende des Monats Schlangengurken auf schwarze Mulchfolie oder schwarzes Mulchvlies mit nächtlicher Bedeckung (Strohmatte, Noppenfolie) gepflanzt werden.

Zierplanzen

  • Stark vermooste und verunkrautete Rasenflächen können jetzt mit einem hand- oder motorbetriebenen Gerät vertikutiert werden. Meistens wird der Rasen durch diese Maßnahme stark lückig. Die freien Stellen mit einem Krail leicht lockern und anschließend Rasensamen („Regenerationsrasen“ ) aussäen. Die Samen werden leicht mit Erde abgedeckt und bis zur Keimung mäßig feucht gehalten.
  • Wurzelnackte Rosenpflanzen sollten vor dem Setzen 5 bis 10 Stunden in Wasser gestellt werden, damit sie sich gut durchfeuchten. Anschließend die Wurzeln frisch anschneiden.
  • Bei der Aussaat von Sommerblumen immer das Datum auf der Samentüte beachten. Es gilt natürlich nur dann, wenn die Tüten geschlossen sind und auch fachgerecht aufbewahrt waren.
  • Ziergräser wie Chinaschilf (Miscanthus), Pfeifengras (Molinia) jetzt zurückschneiden, damit sich ein frischer Austrieb entwickeln kann.
  • Gladiolen-Knollen werden jetzt aus dem Winterquartier geholt, durchgeputzt und am vorgesehenen Standort im Garten ausgepflanzt. Durch das Setzen im Abstand von 10 bis 14 Tagen lässt sich der Blühtermin auseinanderziehen.

Quelle: Obst & Garten

  • Rodung
  • Spaliere
  • Säulen-Apfelbäume
  • Tomaten
  • Erdbeeren
  • Johannisbeeren
  • Wühlmäuse

Wenn es unvermeidlich wird, alte Bäume zu roden (von Franz Mühl)

"Vergesst die goldene Axt nicht!" Dieser Ausspruch wird dem großen Botaniker Carl von Linné (1707-1778) zugeschrieben, wenn eine Neupflanzung beabsichtigt war. Damit ist gemeint, daß die endgültige Ausdehnung der Gewächse im Planungsstadium mitunter schwer vorstellbar ist und der vorhandene Platz bald ausgefüllt sein wird.

Es gibt verschiedene Anlässe für den schweren Entschluss, Obstgehölze aus dem Garten entfernen zu wollen - oder zu sollen. Sie sind zu alt geworden. Wenn die Triebkraft trotz fachgerechter Pflege und Ernährung nachlässt, nur noch Kurztriebe gebildet werden und einzelne Äste vertrocknen, dann ist die Zeit der Trennung wohl gekommen.

Doch nicht sofort, wenn es sich nämlich um eine geliebte Sorte handelt, die nicht mehr zu beschaffen ist. Denn dann wird man bestimmte Äste aus der Gipfelregion so stark kürzen, daß man von dem folgenden Austrieb noch Edelreiser schneiden kann.

Der Pächter wechselt

Ein Nachfolger wird fast immer andere Vorstellungen von der Ausstattung eines Nutzgartens mit Obstgewächsen haben. Sehr häufig wird ja der Garten aus Altersgründen abgegeben, weil der Vorpächter nicht mehr alle Arbeiten fachgerecht verrichten kann. Dann sind die Bäume meist zu hoch und dicht geworden, so daß erst einmal großzügig Luft zu schaffen ist.

Die Bäume sind unheilbar krank

Nicht heilbar sind Virosen, wie etwa Scharka bei Pflaumen, Triebsucht bei Äpfeln oder Feuerbrand bei vielen Rosengewächsen, darunter das Kernobst. Ein Bekämpfungsversuch bei sichtbaren Fruchtkörpern von Holzpilzen am Stamm ist ebenfalls aussichtslos. Solche Bäume sollte man bald roden, um eine weitere Sporenverbreitung zu vermeiden. Gleiches gilt, wenn der Obstbaumkrebs entdeckt wird. Im laublosen Zustand der Bäume sollte man sich mal Zeit nehmen, die Bäume gründlich an Stamm und Ästen zu untersuchen. Kragenfäule hat sich neuerdings in den Anlagen auch die wieder stärker verbreitet. Der pilzliche Erreger infiziert vom Boden aus abgefallene und tief hängende Früchte durch Regenspritzer und von dort aus die Rindenpartien dicht über der Veredelungsstelle. Bei regelmäßigem und sortentypischem Pilzbefall, etwa Schorf oder Birnengitterrost, ist eine Rodung durch Umveredeln mit einer robusten Sorte vermeidbar. Verjüngung ist angesagt, wenn Moose und Flechten Am Stamm überhand nehmen

Probleme bei einer Nachpflanzung der gleichen Art
Nachdem ein Baum gerodet wurde, soll ja wieder nachgepflanzt werden - aber was? Das Problem besteht darin, daß bestimmte Bodenrückstände aus der vorigen Kultur für eine nachfolgende, gleiche Art (Kartoffel nach Kartoffel, Kohl nach Kohl, Apfel nach Apfel usw.) wachstumshemmend wirken. Allgemein sieht man die Ursache in dem einseitigen Nährstoffentzug, mehr noch in der Aktivität schädlicher Bodenpilze und Kleinlebewesen (Nematoden). Die langen Wartezeiten bei verschiedenen Obstarten lassen sich allerdings durch großzügigen Bodenaustausch umgehen oder durch Anpflanzung bodengesundender Pflanzen beträchtlich verkürzen.

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Nachpflanzung ist sofort möglich
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Nachpflanzung nicht vor 4-5 Jahren oder Bodenaustausch
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Einfache Spalierformen, geeignet für Kleingärten (von Franz Mühl)

Bessere Flächennutzung durch einfache Spalierformen

Nur selten steht in kleinen Gärten genügend freie Anbaufläche für die vielfältigen Anbauwünsche zur Verfügung; gleichzeitig bleiben aber die vertikalen Möglichkeiten oft ungenutzt. Hier ist nun der Raum für Spalierobst mit seinen zahlreichen Formen, aber nicht nur zur Wandbekleidung oder an freistehenden Gerüsten als gartenprägende Gartenelemente. Formobstbäume haben alleine durch eine gepflegte Form, zur Blütezeit und schließlich im Fruchtbehang ganzjährig einen hohen Schmuckwert, wobei der vergleichsweise höhere Aufwand zu Beginn durch hochwertige Ernten mehr als wettgemacht wird. Denn: "Jeder Apfel kriegt seinen Sonnenstrahl", will heißen, dass durch mehr Licht eine deutlich höhere Fruchtqualität erzielbar ist. Frei stehende Spaliere wirken als Raumteiler zwischen Wohn- und Nutzgarten, als Windschutz für empfindliche Nachbarkulturen, als schattenspendende Umgrenzung der Kompoststätte, als schmückende Einfriedigung anstelle eines seelenlosen Zaunes oder auch mal wegebegleitend.

Das Pinzieren ist die wichtigste Arbeit an Spalieren

Spalierbäume machen viel weniger Arbeit als man glauben mag, wenn die notwendigen Handgriffe erst einmal "sitzen". Die Schneidearbeiten beschränken sich ausschließlich auf das Einkürzen des Leittriebes nach der Ernte, während die Seitentriebe ab Mai laufend bis 2 Blätter über der Blattrosette "pinziert" d.h. entspitzt werden, wenn sie nicht mehr als 25 cm lang gewachsen und noch "glasig" sind. Dafür ist noch nicht einmal eine Schere nötig, denn der Daumennagel kneift sie einfach aus. Infolge der Triebhemmung durch das mehrmalige Pinzieren in der Wachstumszeit lassen sich die Kordonarme nicht nur typisch schmal und von unten dicht bezweigt halten, es bilden sich auch gleichzeitig zahlreiche Blütenknospen in Basisnähe. Auch dadurch wird das Triebwachstum gehemmt. Bei zeitlich und sachlich richtiger Arbeit fällt auch kein Schnittholz an, denn die weichen Triebchen verrotten bald am Boden oder im Kompost. Deshalb lassen sich auch die winterlichen Schneidearbeiten einsparen, weil es einfach nichts zu schneiden gibt und die Wundverheilungen längst abgeschlossen sind.

Erwünschte Eigenschaften der Apfelsorten für Spaliere und Formobstbäume:

Außer der Fruchtqualität sind erwünscht: mittlere Fruchtgröße und regelmäßiger Ertrag, vor allem Wider- standskraft gegen Feuerbrand, Schorf und Mehltau. Die Sorte soll ein schwächeres oder mittelstarkes Wachstum mit guter Seitenbezweigung aufweisen. Stark wachsende und alternierende Sorten scheiden aus, z.B.:

  • Berlepsch
  • Boskoop", "Elstar
  • Gravensteiner
  • Zabergäu

Vitaminreiche Apfelsorten gelten zwar allgemein als wertvoll, doch empfindet man sie auch als mehr oder weniger sauer, was Kinder aber nur selten mögen. Ebenso schätzt man heute die ausgesprochen herben Sorten aus den Streuobstwiesen für den Rohverzehr nicht mehr - mögen ihre Inhaltsstoffe noch so wertvoll für die Gesundheit sein. Der gesündeste Apfel ist eine Sorte, die man gerne und von der man reichlich isst. Zu den Wertmaßstäben eines Apfels zählt aber auch die Eignung für Diabetiker, etwa "Ananasrenette", "Berlepsch", "Gelber Edel", "Ontario". Nicht für Diabetiker geeignet ist dagegen der vermeintlich saure "Boskoop" wegen seines hohen Zuckeranteiles, der aber mit Säure überlagert ist. Einzelheiten und Sortenbeschreibungen siehe "Alte und neue Apfelsorten", Obst- und Gartenbauverlag. Der Vitamin-C-Gehalt in Apfelsorten hängt von zahlreichen, zusammenwirkenden Faktoren ab. Nicht nur der Standort (Boden, Klima, Wasserführung), sondern auch Witterungsverlauf, Pflanzenernährung, Pflege, Behangdichte, Belichtungsverhältnisse und andere Einflüsse spielen eine ganz bestimmte Rolle. Der Wert einer Apfelsorte sollte jedoch nicht allein nach dem Gehalt an Vitamin C beurteilt werden, zumal auch andere Inhalts- und Aromastoffe gleich wichtig sind. Ebenso sind die Fruchtgröße, Reifezeit und Verwertungsmöglichkeit zu berücksichtigen. Trotzdem kann der Vitamin-C-Gehalt im Verhältnis der Sorten untereinander und unter gleichen Standortbedingungen wertvolle Aufschlüsse geben. WichtigsteEntscheidungsgrundlage für eine Sorte ist und bleibt aber der vorgesehene Standort. Denn die inhaltlich wertvollste Sorte muss dort auch günstige Bedingungen vorfinden wo sie wachsen soll, ansonsten verringern sich die natürlichen Abwehrkräfte gegen Krankheiten und Schädlinge .

Robuste Apfelsorten für Spalier- und Formobstbäume auf der Unterlage M9

Sorte
Reife
Schorf
Mehltau
Sonstiges
Ariwa Spätherbst noch resistent (Vf) robust wärmere Lage
(Delbard) Jubilée Spätsorte gering gering warme Lage
Freedom Spätsorte noch resistent (Vf) ohne geschützte Lage
Gewürzluiken Spätsorte wenig wenig geschützte Lage
Hilde 1) Spätsorte gering gering warme Lage
Jakob Fischer 1) Frühherbst selten selten auch Höhenlage, keine Alternanz
Katja 1) Frühsorte robust robust keine Alternanz
Muskatrenette 1) Spätsorte robust robust auch Höhenlage, keine Alternanz
Pia Frühherbst gering mäßig hohe Erträge
Piflora Herbstsorte mittelstark mittelstark hohe Erträge
Pilot Spätsorte mittelstark mittelstark hohe Erträge
Piros Frühsorte gering gering keine Alternanz
Reanda Spätherbst noch resistent (Vf) stark hohe Erträge
Rebella Frühherbst Resistenz durchbrochen stark hohe Erträge
Reglindis Frühherbst resistent (Antonowka) gering ohne Virosen
Remo Frühherbst Resistenz durchbrochen kein auch Höhenlage
Resi 1) Spätsorte noch resistent (Vf) mäßig hohe Erträge
Rewena Spätherbst Resistenz durchbrochen kein keine Triebsucht
Sommerregent 1) Frühsorte mäßig mäßig Hohe Erträge
Teser Herbstsorte ohne gering warme Lage
1) Die Sorte ist auch als Topfbaum auf der Unterlage M 27 geeignet

 

Es ist darauf hinzuweisen, dass ein minimaler Pflanzenschutz gegen Pilzkrankheiten trotz der ausgewiesenen Widerstandskraft gewährleistet sein muss, damit eine vorhandene Resistenz oder Toleranz einer Sorte nicht nach einiger Zeit durchbrochen wird.

 

Erwünschte Eigenschaften der Birnensorten für Spaliere und Formobstbäume:

Fruchteigenschaften und Ertragsverhalten wie beim Apfel beschrieben, außerdem Widerstandskraft gegen Blattsauger, Feuerbrand, Schorf und Birnengitterrost. Wo Wacholder (ein Zwischenwirt) im Garten oder in der Nähe steht, dort wird die Spalierbirne sehr wahrscheinlich vom Gitterrost befallen werden. Einzelheiten und Sortenbeschreibungen siehe "Alte und neue Birnensorten, Quitten und Nashi", Obst- und Gartenbauverlag. Neu sind die Säulenformen der Birnensorten "Condora" und "Decora" (Einführung Hofmann, Langensendelbach).

Robuste Birnensorten für Spalier- und Formbäume auf der Unterlage Quitte A (nicht auf Kalkböden!) oder Pyrodwarf (auch für Kalkböden)

Sorte
Reife
Schorf
weiterer Schadfaktor
Sonstiges
Concorde 2) Herbstsorte tolerant tolerant gegenüber Gitterrost warme Lage
David 2) Spätsorte tolerant gering Gitterrost geschützte Lage
Epine du Mas 2) Spätsorte gering tolerant hohe Erträge
Erika 2) Spätherbstsorte mäßig gering hohe Erträge
Gorham Herbstsorte mittel tolerant gegen Feuerbrand hohe Erträge
Guyot 2) Frühsorte gering Feuerbrand sehr hohe Erträge
Harrow Delight Frühsorte gering ohne Feuerbrand Erträge mittelhoch
Harrow Sweet 2) Frühherbstsorte gering ohne Feuerbrand hohe Erträge
Illinois Frühsorte ohne ohne Feuerbrand Alternanz möglich
Lübecker Prinzessin
(Rising Summer)
Frühsorte gering mittel Feuerbrand auch Hochlagen
Madame Verté 2) Spätsorte gering kaum Feuerbrand geschützte Lage
Moonglow 2) Frühherbstsorte gering ohne Feuerbrand warme Lagen
Santa Maria 2) Herbstsorte gering mäßig Feuerbrand warme Lage
Schöne Helene (Geisenheim) Herbstsorte sehr gering gering Feuerbrand+Gitterrost hohe Erträge, gut lagerfähig
Starking Delicious Herbstsorte mittelstark ohne Feuerbrand hohe Erträge
Stuttgarter Geißhirtle 2) Frühsorte mäßig kaum Feuerbrand auch höhere Lagen
Uta 2) Spätsorte gering gering geschützte Lage
2) Die Sorte ist auch als Topfbaum geeignet auf der Unterlage Quitte C

Wissenswertes über Säulen- Apfelbäume (von Franz Mühl)

Der Vorteil gegenüber den herkömmlichen Baumformen mit mehr oder weniger ausgedehnten Kronen liegt in ihrem sehr geringen Platzanspruch der extrem schmalen Wuchsform, verbunden mit einem beachtlichen Zierwert und hoher Fruchtbarkeit, auch als Naschobst sehr attraktiv für Kinder.

Die klassische Erziehungsform des Senkrechten Schnurbaumes wird durch die Säulenbäume auf absehbare Zeit jedoch nicht ersetzbar sein, denn mit ihm lassen sich auch geschmackliche Spitzensorten erziehen, die es im Sortiment der Säulenformen verschiedener Herkünfte wohl erst in Zukunft geben wird.

Bis vor wenigen Jahren kannte man nur die Serie der 'Ballerina-trees'. Vermutlich ist der erste Baum 1960 durch eine natürliche Mutation (sprunghafte Erbänderung) der Sorte 'McIntosh' in einer Obstplantage des Mr. Wijcik in British Columbia/Kanada entstanden.

1970 holten Dr. Ray Watkins und Ken Tobutt einige Nachkommen des ersten Säulenbaumes aus Kanada zur weiteren Zuchtarbeit in die Versuchsstation East Malling nach England. Hier entstanden sechs weitere Sorten, die erstmalig 1989 anlässlich der Chelsea Flower Show in London vorgestellt wurden.

Aufgrund vieler Nachteile hinsichtlich ihrer Anfälligkeit für Schadfaktoren und des Geschmacks, haben die bisherigen Ballerina-Sorten aber heute keine Zukunft mehr. Sie werden von Sorten abgelöst, die zwar ihren säulenartigen Charakter beibehalten, jedoch gegen Krankheiten und Schädlinge weit widerstandsfähiger und geschmacklich besser sind. Dennoch werden sie die Spitzensorten des herkömmlichen Obstanbaues vorläufig nicht erreichen. Gleichwohl ist auch ein Mindestmaß an Pflanzenschutzmaßnahmen anzuraten, um die Gesundheit zu erhalten.

 Nur Nachkommen des Ursprungsbaumes tragen das Säulen-Gen 'Columnar' in sich. Andere Obstarten, etwa Birnen oder Steinobst sind durch spezielle Erziehung oder Hormonbehandlung in die schmale Wuchsform gezwungen. Diese 'künstlichen Säulen' werden früher oder später die normale Ausdehnung ihrer Stammeltern annehmen, wenn sie nicht entsprechen weiter behandelt werden.

Nur Apfelbäume können also echte Säulenbäume sein!

Idealer Wind- und Sichtschutz. Auf stark wachsenden Unterlagen veredelt können Säulenäpfel bis zu acht Meter Höhe erreichen und bleiben dabei stand- und sturmfest. In windreichen Gegenden bieten sie deshalb mit einem engen Pflanzabständen (70 cm) im Vergleich zu den sonst üblichen Windschutzpappeln gerade um Obstanlagen außerdem ganz beachtliche Vorteile als Befruchter mit verwertbaren Früchten. Auf schwach wachsenden Unterlagen und mit 50 cm Pflanzabstand eignen sich gepflegte Säulenäpfel auch im Garten für dekorative Gruppen in Vorgärten, wegebegleitend, Raumteiler oder als Sicht- und Windschutz an der Grundstücksgrenze. Sie sind auch für Kübel (mind. 25 l) geeignet auf Balkon und Terrasse.

Schnitt bleibt unumgänglich. Die extrem schmale Wuchsform der Bäume mit einem durchgehenden Stamm besteht nur in der Jugend. Je nach Sorte entwickeln ungepflegte Bäume nach etlichen Jahren steile, aufwärts strebende Seitenäste, die im Alter eher an eine aufrechte (aber weniger verzweigte) Säulenbuche erinnern. Damit kann man in verschiedener Weise umgehen: So wie die bekannten Senkrechten Schnurbäume sollten auch sie im Laufe der Wachstumszeit mehrmals pinziert (entspitzt) werden. Dann entstehen wieder Kurztriebe, oder man nimmt sie im Winter auf Zapfen zurück - mit dem gleichen Erfolg. So kann die schmale Form erhalten bleiben - oder man leitet sie ungeschnitten als schmale, reich fruchtende Fächer an Wänden, ähnlich einem Fächerspalier.

Sorten

Mittlerweile gibt es eine umfangreiche Sortenpalette, die sich größtenteils in Serien verschiedener Züchter untergliedern lassen.

Züchtung von Prof. Dr. Jacob in der Forschungsanstalt Geisenheim

Pomfital

'Maypole' x 'Roter Elstar'. Mitte September. Säurebetonte, rotfleischige Verwer- tungssorte mit ca. 83 mg/l Vitamin C. Resistent gegen Schorf + Mehltau. Gering anfällig für Krebs, Fruchtfäule, Blattläuse.

Pomforyou, Syn.'Lancelot'

'Maypole' x 'Roter Elstar. Ende Sept. bis Februar. Leuchtendrote Deckfarbe. Säurebetonter Tafel-, Verwertungs- und Mostapfel mit ca. 53 mg/l Vitamin C und 53° Oechsle. Schorf und Mehltau kann auftreten.

Pompink, Syn. Ginover

'Flamenco' x 'Topaz'. Ende September bis Februar. Für Verwertung und Most, ca. 240 g schwer, mit 58° Oechsle. Geringer Lagerverlust. Gering anfällig für Schorf, Mehltau, Krebs, Blattläuse.

Erhältlich u.a. bei Artländer Pflanzenhof in 40610 Quakenbrück, Ganter in 79369 Wyhl am Kaiserstuhl, Leinweber in 36148Niederkalbach, Ritthaler in 66882 Hütschenhausen.

 

Die CATS-Serie (CAT = Columnar Apple Tree)stammt ebenfalls aus Geisenheimer Züchtung. Alle sind nicht oder sehr gering anfällig für Schorf, Mehltau, Krebs, Blattläuse und für den Öko-Anbau gut geeignet.

Goldcats

'Waltz' x 'Calagolden'. Ende September, fest hängend, lange lagerfähig. Tafelsorte ähnlich 'Golden Delicious', ca. 205 g schwer und ca. 64° Oechsle.

Greencats

'Bolero' x 'Golden Delicious. Ende September, fest hängend, lange lagerfähig. Tafelsorte ähnlich 'Granny Smith', ca. 190 g schwer und ca. 68° Oechsle. Für den Öko-Anbau gut geeignet.

Redcats

'Waltz' x Nummernsorte. Mitte September, fest hängend, lange lagerfähig. Tafelsorte ähnlich 'Gala', ca. 170 g schwer und ca. 60° Oechsle.

Starcats

'Bolero' x 'Elstar'. Anfang September, fest hängend, lange lagerfähig. Tafelsorte ähnlich 'Elstar', ca. 180 g schwer und ca. 64° Oechsle.

Suncats

'Waltz' x Nummernsorte. Ende August, begrenzt lagerfähig. Triploide Frühherbstsorte, ähnlich 'Pinova', ca. 200 g schwer und ca. 60° Oechsle. Flächig rot, guter Geschmack mit milder Säure.

Erhältlich bei: Baumschule Oberdorla in 99986 Oberdorla/ Thüringen, Schmitt in 91099 PoxdorfLeinweber in 36148 Niederkalbach

 

Die Campanilo-Serie, unter maßgeblicher Mitwirkung der Professoren Christa und Manfred Fischer in Dresden Pillnitz.

Campanilo Primo

'Piros'-Säule. Mitte August. Mittelgroß, Deckfarbe gelbrötlich, aromatisch-würzig. Eher schwacher Wuchs. Nicht blattlausfrei, gering anfällig für Schorf und Mehltau.

Campanilo Secundo

'Reglindis'-Säule. Anfang September. Mittelgroß, rot marmoriert, fein-säuerlicher Geschmack. Anfällig für Mehltau. Widerstand gegen Schorf und Triebsucht. Nahezu ohne Seitenverzweigung

Campanilo Tertio

'Remo'-Säule. Mitte September. Mittelgroß, rot mit kleinem Gelbanteil, knackiges Fruchtfleisch mit aromatischem Geschmack. Anfällig für Schorf und Mehltau.

Campanilo Quattro
'Rebella'-Säule. Ende September. Mittelgroß bis groß, gelb mit rot, festes Fruchtfleisch, würzig und angenehm säuerlich. Mittelstarker Wuchs. Es kann geringer Schorf- und Mehltaubefall auftreten.

Erhältlich bei Pflanzen Hofmann in 91094 Langensendelbach (Sorteninhaber)

 

Die 'Starline'-Serie stammt von Delbard in Frankreich:

Blue Moon

August bis September. Frucht sehr groß, bläulich bereift; Fruchtfleisch mit schwach säuerlichem Geschmack. Robust gegen Schorf, Mehltau und Spätfrost;

Fire Dance

Mitte September - Oktober. Mittelgroß mit festem Fruchtfleisch, milde Säure. Sehr ertragreich.

Garden Foutain

Ende September- Anfang Oktober. Mittelgroße Tafelsorte, festfleischig mit gutem Geschmack.

Golden Gate

Mitte September - Oktober. Mittelgroß, Schale leuchtenrot, festes Fruchtfleisch mit feinsäuerliche Geschmack. Robust.

Indian Summer

Mitte September - Oktober. Mittelgroß, Schale gelborange, festes Fruchtfleisch mit milder Säure. Robust und sehr ertragreich.

Silver Pearl

Früchte klein, gelborange. Zier- und Geleefrucht mit sehr guten Eigenschaften und Pollenspender. Auffallend gesundes, glänzendes Laub.

Summertime Ende September - Oktober. Festfleischig mit milder Säure. Regelmäßig hoher Ertrag. Resistent gegen Schorf und Mehltau

Größtenteils erhältlich bei

Baumschule Rinn in 35398 Gießen,

Gärtnerei Bahlmann in 49413 Dinklage, Leinweber in 36148Niederkalbach,

Pflanzenhof Schachtschneider in 27801 Dötlingen-Aschenstedt:

 

Die Tschechische Serie vom Typ 'Ballerina' ist nicht ganz frei von Schorf und Mehltau, jedoch geschmacklich sehr gut.

Rhapsodie

Oktober, bis Dezember lagerfähig. Mittelgroß. Grüngelbe Deckfarbe mit orangerot. Mittelfestes, sehr saftiges Fruchtfleisch, angenehm aromatisch. Schwacher, kompakter Wuchs.

Rondo

Oktober, bis Februar lagerfähig. Groß. Grüngelb mit verwaschen roter Deckfarbe. Festfleischig, sehr saftig, säuerlich süß.

Sonate September, bis Dezember lagerfähig. Mittelgroß. Streifige, verwaschen rote Deckfarbe. Mittelfestes, sehr saftiges Fruchtfleisch. Schwacher, kompakter Wuchs.

Erhältlich bei Pflanzen Hofmann in 91094 Langensendelbach, Gärtnerei Bahlmann in 49413 Dinklage, Spieß GmbH in 22 37194 Wahlsburg/Lippoldsberg, Heros-Baumschulen in 04643 Geithain

 

Die Sorte 'Spurkoop' ist eine Auslese aus dem altbekannten 'Roten Boskoop'. Sie wächst extrem schwach und ist deshalb auch für Pflanzgefäße auf Balkon und Terrasse geeignet.

'Spurkoop' ist in vielen, gut sortierten Baumschulen erhältlich.

 

Weitere Säulenäpfel mit (vorerst) Widerstand gegen Schorf und Mehltau werden angeboten bei

Pflanzenhof Schachtschneider in 27801 Dötlingen-Aschenstedt:

'Arbat', 'Berbat', 'Galahad', 'Golden Pillar', 'Green Fink', 'Red River', 'Summertime'.

Anbautips für Tomaten (von Franz Mühl)

Kraut- und Braunfäule

Kraut- und Braunfäule ist eine Krankheit, die durch den Pilz Phytophthora infestans verursacht wird. Auf den Blättern, dem Stängel und den Früchten bilden sich braune Flecken, die sich rasch ausbreiten. Die Pflanze stirbt dann in kürzester Zeit völlig ab. Die Krankheit tritt vor allem im Freien auf. Zwei Faktoren müssen für ein Auftreten vorhanden sein: Die Sporen müssen in der Luft vorhanden sein. Die Pflanze muss feucht sein.

Gegen den ersten Faktor kann man relativ wenig tun, wenn Kartoffeln in der Nähe sind, da der Pilz auch an Kartoffeln auftritt. Man sollte auch bei den Tomaten im Garten einiges beachten: den Fruchtwechsel einhalten (den Platz der Tomaten im Garten jährlich wechseln ), Pflanzenreste im Herbst sorgfältig von den Beeten räumen und Bindematerial oder andere Aufleithilfen desinfizieren bzw. erneuern. Der zweite wichtige Faktor ist Wasser. Wenn keine Feuchtigkeit auf die Blätter gelangt, können Pilzporen der Pflanze nichts tun.

Daher folgende Tipps zur Auswahl:

  • Tomaten überdacht anbauen, käuflich (Fa . Beckmann in 88239 Wangen/Allgäu) oder eigene Herstellung
  • niemals über die Blätter oder an den Stängel gießen
  • nicht großflächig die Erde unter den Tomatenpflanzen feucht halten, sondern in eingegrabene Blumentöpfe (ca 12-14 cm), denn das Wasser breitet sich unterirdisch von alleine im Wurzelraum aus;
  • sehr hilfreich ist das Mulchen des Bodens mit schwarzer Mulchfolie, Rasenschnitt oder mit Stroh- häcksel
  • Nicht in Foliensäcke einhüllen, weil Schwitzwasser entsteht und dadurch Fäulnis auftritt
  • Pflanzung in Kübel (ca 25 l) zu je 2 Stück, gefüllt mit Komposterde
  • untere Blätter bis über die unterste Traube und kranke Blätter entfernen
  • Tomaten und Kartoffeln nicht zusammen pflanzen!

Wissenswertes über Erdbeeren in Kürze (von Franz Mühl)

Erdbeeren zählen zu den Rosengewächsen (Rosaceae).Die Gattung zählt wegen ihres staudenartigen Wuchses im botanischen Sinne nicht zum Obst, sondern als Nutzpflanze zum Gemüse. Dennoch ist sie im volkstümlichen Sprachgebrauch natürlich weiterhin dem Beerenobst zugeordnet . Die meisten Erdbeer- sorten blühen zwittrig und sind Selbstbefruchter, dennoch wirkt sich eine Fremdbestäubung, durch eine weitere Sorte in der Nachbarreihe, deutlich ertragssteigernd aus. Auch heute noch verwendet man die Blätter für Haustee oder (jung) als Gemüse. Die Früchte können bekanntermaßen auch zu Anzeichen von Hautallergien führen. Dem Volksglauben zufolge bleibt man fieberfrei, wenn man - wie auch bei Ageratum, dem Leberbalsam- die ersten Blüten isst

Von den Gartenerdbeeren sind zwei Formen zu beachten, die sich in ihrer Reaktion auf die Tageslänge unterscheiden, so wie man es auch von verschiedenen Gemüsearten kennt. Die einmaltragenden Sorten gehören zu den Kurztagstypen, während die mehrmalstragenden als tagneutral gelten. Von den mehrmals tragenden entfernt man die erste Blüte, wenn eine Vollernte im Spätsommer/Herbst gewünscht wird. Die Kultur bringt im ersten Jahr die höchsten und gesündesten Erträge, im dritten dagegen die schlechtesten mit kleinen Früchten. Länger als drei Jahre sollen Erdbeeren keinesfalls auf dem Beet bleiben.

Der Standort

Zwar gedeihen Erdbeeren in fast allen Gartenböden, doch ist der Idealboden eher leicht, humos, ausreichend feucht und wegen der tiefgreifenden Wurzeln auch im Untergrund locker. Anzustreben ist eine mehr saure Bodenreaktion zwischen 5,5 auf leichten und 6,5 pH auf schwereren Böden, dazu eine sonnige Lage. Ertrag, Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe entwickeln sich unter diesen Bedingungen am besten, wobei auch eine halbschattige Lage vertragen wird.

Ein guter Standort kann zusätzlich durch Mischkulturen gefördert werden. So soll der Boretsch Befruchtung und Blütenansatz fördern, auch die Kombination mit Buchweizen, Petersilie, Porree, Zwiebel oder Knoblauch wird als günstig angesehen. Extrem nachteilig wirkt sich dagegen eine Nachbarschaft oder Vorkultur mit Gladiolen oder Stiefmütterchen aus, auch Bienenfreund, Kartoffeln, Tomaten und Spätkohlarten gelten als ungünstige Vorkulturen. Zwischen den Reihen hat sich eine Bodendecke mit Adlerfarn oder Fichtennadeln sehr gut bewährt. Bei Mangel an Wechselflächen ist die Kübelkultur eine Alternative.

Die Sortenwahl

Im Garten wählt man eher eine Sorte nach der Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten und Schädlingen, Geschmack, Verwertbarkeit im Haushalt (z.B. Einfrieren, Marmelade).

Kaum eine Liste der Sortenempfehlungen (ähnlich der Rosen) ändert sich so schnell wie die der Erdbeeren, weil jährlich eine Reihe von „Neuheiten“ hinzukommen. Selbst Fachleute verlieren oft die Übersicht. Zu bedenken: Sorten, die innen sehr weiß oder hohl sind, eignen sich nicht gut zum Einfrieren oder für Nasskonserven; sie können dann weich, blass und farblos werden.

Robuste Erdbeersorten für den Anbau im Garten
Frühe / mittelfrühe Mittelspäte / späte Mehrmals tragende Monatserdbeeren
Honeoye (sehr früh) Petrina Mara des Bois Verbesserte Rügen
Korona Raurica Seascape  
Madeleine Sophie    
Mars Thuchampion    

 

Eigene Vermehrung

Erdbeersorten werden ausschließlich über Ausläufer vermehrt, wobei ihre Eigenschaften theoretisch erhalten bleiben. Leider treten aber bei jeder Eigenvermehrung Erbänderungen (Mutationen) auf, die, zusammen mit der Weitergabe von Krankheiten über die Ausläufer, zu einem Abbau der betreffenden Sorte nach einem gewissen Zeitraum führen können. Dadurch wird die Sorte geschwächt, sodass Ertrag und Qualität schon ab der 3. Generation deutlich nachlassen. Eigenvermehrung einer geschützten Sorte ist verboten. Dagegen gründet sich die Erhaltungszucht in den anerkannten Vermehrungsbetrieben auf so genannte Bestträger als Ausgangsmaterial und wird unter kontrollierten Bedingungen weiter aufgebaut.

Die Pflanzung

Besonders in Gebieten mit frühzeitigem Winterbeginn ist eine Pflanzung nach Ende August nicht mehr anzuraten. Es gilt noch immer: Je früher die Pflanzung, desto kräftiger die Wurzelbildung und demzufolge auch eine höhere Ernte im kommenden Jahr. Ab Anfang August gepflanzt, können die Wurzeln bei guten Bedingungen eine Tiefe über 100 cm erreichen, während sie sich horizontal etwa 60-80 cm ausbreiten. Die Hauptwurzelmasse liegt aber in den oberen 15-20 cm. Durch die frühe Pflanzung ist eine bestmögliche Blütenanlage im September und eine hohe Winterfestigkeit garantiert. Setzt man den Ertrag mit Pflanztermin Ende Juli mit 100 % an, so kann eine Pflanzung zum Ende August vergleichsweise nur noch 45% bringen. Bei Topfpflanzen ist der Unterschied weniger groß. Das Einpflanzen braucht Sorgfalt. "Die Mittelknospe muss den Himmel sehen"“, so sagt ein Gärtnerspruch. Zu tiefe Pflanzung unterdrückt die Blütenbildung zugunsten von Blattknospen und kann Wurzelkrankheiten fördern, zu hohe sind durch winterliche Trockenschäden gefährdet. Ohne Topfballen sollen die Wurzeln gerade und ungekürzt in den Boden kommen. Ein höherer Preis für getopfte Ware macht sich bei der Erdbeerpflanzung immer bezahlt. Vor der Pflanzung sorgt eine tief wurzelnde Gründüngung (Buchweizen, Lupinen, Sperli-Bodenkur, Ringelblumen, Tagetes) für beste Voraussetzungen für die künftige Wurzelbildung und Pflanzengesundheit.

Die Pflege

Nach der Pflanzung ist in gut kompostversorgten Böden kein zusätzlicher Dünger nötig. Allerdings reagieren (nicht nur) die Jungpflanzen auf organische Blattdünger wie Aminosol oder Siapton 0,5 % mit verbesserter Bewurzelung und größerer Lebenskraft. Während der Wasserbedarf vor der Blüte noch sehr hoch ist, lässt er zur Zeit der Fruchtbildung deutlich nach. Zu viel Wasser macht die Früchte wässerig, im Geschmack fade und anfälliger für Krankheiten, ganz besonders in schwereren Böden. Andererseits bleiben die Erdbeerfrüchte bei anhaltem Wassermangel zu klein.

Nach der Ernte

soll alles Laub mit der Heckenschere, bei größeren Flächen mit dem (hochgestellten) Rasenmäher abgeschnitten werden. Die Gründe: · In den alten Blättern wandern bestimmte Hemmstoffe abwärts zum Rhizom und beeinflussen das nächstjährige Wachstum (kleinere Blätter und Früchte) mehr oder weniger stark. · Es haften noch Pilzkrankheiten an, welche die neuen Blätter infizieren können.

Die wichtigsten Krankheiten der Erdbeeren in Kürze

Grauschimmel (Botrytis)

ist ein Schwächeparasit, die auffälligste Pilzkrankheit und bei manchen Sorten typisch. Befallsfördernd wirkt einseitige und späte Stickstoffdüngung, dichter Bestand und gleichzeitig feuchtschwüles Wetter. Der Pilz überwintert an abgestorbenen Pflanzenteilen. Die Infektion erfolgt im Frühjahr über die Kelchblätter und Blüte. Befällt auch Himbeeren und Brombeeren.

Grauschimmelfäule (Botrytis

In einem Versuch wurden gute Erfolge erzielt, wenn man mehrmals 60 g/10 l Zucker + Siapton (Blattbalsam Neudorff) in die Blüte spritzte.

Erdbeermehltau

ist bei anfälligen Sorten eine ernst zu nehmende Krankheit. Blätter, Blüten und Früchte werden befallen. Besonders gefährdet sind ältere und verunkrautete Bestände. Durch das Abmähen des alten Laubes nach der Ernte werden viele Infektionsquellen ausgeschaltet.

Verticillium-Welke

tritt in den Reihen nesterweise auf und äußert sich im Frühsommer durch Pflanzenwelke. Wassergaben fördern noch zusätzlich die Pilzentwicklung. Wurzeln sind gebräunt. Der Pilz kann mit seinen Dauerkörpern bis zu 15 Jahren im Boden überdauern und einen Nachbau mit Erdbeeren erneut befallen. Über die Ausläufer werden auch die Kindel infiziert, die für eine Vermehrung unbrauchbar werden. Anfällige Vorfrüchte sind Kartoffeln, Tomaten, Himbeeren.

Schnecken

sind ein immer diskutiertes Thema im Gartenbereich. Sie verstecken sich tagsüber in Bodenspalten, wo sie auch ihre Eier ablegen. Fleißiges Hacken verhindert dort ihren Aufenthalt. Schafft man Schlupfwinkel für die nachtaktiven Igel, so ist man auch schon einen Teil der Plage los. Die Wirkung von Bierfallen oder den Einsatz von Kaffee sollte man jedoch nicht überschätzen. Wirkungsvoller ist tagsüber das Absammeln unter Trittplatten oder Rhabarberblättern. Das Schneckenkorn Ferramol (Neudorff) soll mit dem Wirkstoff Eisen-III-Phosphat sehr lange aufnahmefähig bleiben und wird schließlich im Boden bakteriell in seine Bestandteile Eisen und Phosphor abgebaut. Igel, Laufkäfer und Haustiere sind lt. Firmenprospekt durch Ferramol nicht gefährdet.

Neuerdings gibt es auch parasitäre Nematoden zur biologischen Schneckenbekämpfung bei Fa. Sautter & Stepper, in 72119 Ammerbuch. Eine weitere Möglichkeit zur Abwehr ist der Einbau eines sogenannten Schneckenzaunes um die Beete oder Anpflanzung von Kerbel als Duftbarriere in die Reihen. Auch Holzasche, Fichtennadeln und Sägespäne sollen für Schnecken in der Kriechspur schwer zu überwinden sein. Laufenten sind zwar sehr wirkungsvolle Schneckenvertilger, doch dürfte diese Anschaffung aus verschiedenen Gründen auch keine Lösung sein.

Wissenswertes über Johannisbeeren (von Franz Mühl)

Johannisbeeren werden so geschnitten, dass immer ein-, zwei- und dreijährige, nur stabile Triebe gleichmäßig im Busch verteilt sind, wobei die besten Früchte an den vorjährigen Trieben zu erwarten sind. Allgemein gilt:

  1. Schnitt sofort nach der Ernte.
  2. Kein Trieb soll länger als 4 Jahre im Strauch (oder am Spalier) bleiben.
  3. Pro Busch reichen 8-10 stabile Triebe, die zwischen 1-4 Jahre alt sind.

Alte Triebe erkennt man auch an der zunehmend schwarzen Rinde, junge sind dagegen eher grau.

Schwarze Johannisbeeren,

früher auch Ahlbeere, Wanzenbeere oder Gichtbeere genannt, werden üblicherweise als Sträucher erzogen, obwohl sie auch als Spaliere oder für die Topfkultur geeignet sind. Beim Strauch bilden sich die Neutriebe mehr im mittleren Bereich. Deshalb werden die Pflanzen meist etwas tiefer gesetzt, damit die Trieberneuerung mehr von unten erfolgt. Lange Trauben bilden sich bevorzugt im Mittelteil der kräftigen, vorjährigen Seitentriebe. Im Unterschied zu den roten Sorten werden beim Schnitt die älteren Gerüsttriebe auf jüngere, möglichst bodennah abgeleitet. Das Ziel: aufrechte, jedoch lichte Büsche mit kräftigen und jungen Fruchttrieben. Die modernen Sorten sind auch für den Frischverzehr geeignet.

Zweiter Düngetermin

Der erste war im Oktober. Hier gab man das erste Drittel jener Menge, die vom Untersuchungslabor aufgrund der Bodenuntersuchung empfohlen wurde. Nach der Februardüngung soll der Rest soll in der Vegetationszeit bis zum Juni in kleineren Gaben verteilt werden, damit eine lückenlose und verbrauchsgerechte Ernährung der Pflanzen gesichert ist. Gleiches gilt natürlich auch für andere Dauerkulturen, wie Ziergehölze, Schmuckstauden und Dauergemüse, u.a. Artischocken, Rhabarber, Spargel.

Gefahren des Überdüngens

Bei zu starker Düngung besteht die Gefahr, dass der Boden überdüngt und damit das Bodenleben nachteilig verändert wird, was wiederum zu Lasten der Erträge und der Qualität der Ernte geht. In Extremfällen kann es zur Abtötung der Pflanzen durch Plasmolyse (Vertrocknung der Zellen) kommen. Überdies werden die nicht von den Pflanzen aufgenommenen Düngerbestandteile in das Grundwasser ausgeschwemmt und können dadurch dessen Qualität gefährden. Werden die Kulturen zu stark gedüngt, können die Erträge sinken; es gilt also, die Pflanzen stets optimal zu düngen.

Bodenbearbeitung beim Beerenobst,

gleich welcher Art, soll wegen der flach streichenden Wurzeln stets unterbleiben. Nach Wurzelverletzungen muss man nicht nur mit geringerem Ertrag rechnen, die Pflanzen werden auch anfälliger für Krankheiten. Dornlose Brombeeren entwickeln nach einer Wurzelverletzung fürchterlich bestachelte Triebe. Dagegen hat eine Mulchschicht eine ganze Reihe von Vorteilen, denn „blanker Boden ist Wüste“, sagten die Alten. Am besten wirkt sich natürlich halb verrotteter Kompost auf das Bodenleben aus, gleichzeitig trägt man aber auch viele Samenunkräuter ein.

Strohmulch

Stroh ist ein Abfallprodukt, das leicht zugänglich ist, alle Jahre wieder nachwächst und dessen Nutzung also kein Raubbau (siehe Torf) bedeutet. Es schützt den Boden vor Auswaschung, verhindert das Austrocknen und die Bodenverdichtung. Dank seiner rein organischen Beschaffenheit fördert es die Humusbildung und das Bodenleben. Strohhäcksel (zerkleinertes Stroh) eignet sich noch besser als Bodendecke unter Sträuchern, auf Wegen oder auch auf offenen Flächen bis zur erneuten Bepflanzung.

Papier

Außer auf Baumscheiben gibt es sicherlich noch weitere kleine Flächen, die man mit mehreren Lagen angefeuchteter Pappe, alten Zeitungen o.ä. bedecken kann. Damit es sich der natürlichen Umgebung besser anpasst, überstreut man das Ganze mit Rindenmulch, Holzhäcksel vom Schredder oder anderem Material, das frei von Unkrautsamen ist. Dieser Belag kann längere Zeit das Unkraut unterdrücken und die Bodenfeuchtigkeit halten.

Rindenprodukte

In der Bezeichnung einzelner Veredelungsstufen gab es in der Vergangenheit unterschiedliche Sprachregelungen, die in der Praxis zu erheblichen Missverständnissen führten. Mit der Gründung einer Gütegemeinschaft "Rinde für den Pflanzenbau", in der neutrale Wissenschaftler mitarbeiten, gelten nachstehende Bezeichnungen als verbindlich für dir Mitgliedsfirmen. Bestimmte Pflanzenschutzmittel, darunter das langfristig wirksame Lindan, wurden bisher in der Forstwirtschaft als wirksames Insektizid in der Forstwirtschaft gegen den gefährlichen Borkenkäfer eingesetzt. Die Sägewerke wurden aber verpflichtet, nur lindanfreie Rinde zur Verarbeitung bei den Humuswerken anzuliefern. Das wird durch Stichproben überprüft. Wenn dann auf der Verpackung noch der "Blaue Engel" als Gütezeichen für Umweltverträglichkeit angebracht ist, so kann man unbedenklich das Produkt kaufen. Anbieter ist u.a. die Gruppe Archut/Hawita E-Mail: info@hawita-gruppe.de.

Vergabekriterien

Das RAL-Gütezeichen Rinde für Pflanzenbau ist auf Rindenprodukten zu finden, die im Pflanzenbau eingesetzt werden. Zu den Rindenprodukten gehören Rindenmulch, Rindenhumus und Rindenkultursubstrate. In den Güte- und Prüfbestimmungen sind für die jeweiligen Produkte die folgenden physikalischen, chemischen und biologischen Anforderungen definiert:

Rindenmulch,

ist nichts anderes als naturbelassene, zerkleinerte Rindenstücke von Nadelhölzern, wie sie in Sägewerken als Rückstände bei der Holzbearbeitung anfallen. Darin sind wachstumshemmende und antibiotisch wirkende Stoffe (Chlor, Harze, Phenole, Tannine,) enthalten, weshalb die Hersteller umschreibend von "herbiziden Eigenschaften" sprechen. Kiefernrinde enthält auch einen beträchtlichen Anteil an Mangan, sonst ein Spurenelement, das sich aber in höherer Dosis als Pflanzenhemmstoff auswirkt. Zwischen Obstgehölzen und Gemüsebeeten sind in Versuchen schon erhebliche Pflanzenschäden durch Eisenmangel (Gelbfärbung der Blätter) aufgetreten. Deshalb sollte Rindenmulch nicht in den Boden eingearbeitet werden. Kiefernrinde bindet einen erheblichen Teil des Stickstoffs im Boden, der auszugleichen ist, andernfalls sind Blattvergilbungen, ähnlich des Eisenmangels, zu erwarten. Als Auflagehöhe werden 5-10 cm empfohlen. Als gehfreundlicher Wegebelag oder auf Spielplätzen wird der Rindenmulch nicht nur wegen seiner unkrauthemmenden Wirkung allerdings gerne verwendet.

Rindenhumus

ist frei von Hemmstoffen. Es ist zerkleinerte, durch Kompostierung fermentierte Nadelholzrinde ohne artfremde Zuschlagstoffe. Bei der Kompostieren entstehen Temperaturen bis zu 72° C, wodurch Schadfaktoren weitgehend ausgeschaltet werden. Nach einem Jahr ist der Rindenhumus ausgereift und hat dann bessere Eigenschaften als der Torf. Auch hier besteht noch ein gewisser Manganüberschuss, weshalb es bei empfindlichen Kulturen zu Störungen kommen kann, besonders, wenn er als Topferde verwendet wird. Dafür ist Rindenhumus nicht geeignet. Die bodenverbessernde Eigenschaft des Rindenhumus beweisen sich mehr in schweren, feuchten Böden. Der festgelegter pH-Wert beträgt 5,0-7,0.

Wissenswertes über die Wühlmausbekämpfung (von Franz Mühl)

Nachdem die Vorbehalte der Gartenfreunde gegen chemische Mittel jeglicher Art auch bei der Wühlmausbekämpfung immer größer werden, sucht man nach neuen Wegen - und findet dann doch die alten und bewährten. Berücksichtigt man den zeitlichen Aufwand für andere Bekämpfungsmethoden, so ist die gute alte Falle noch immer die billigste, erfolgreichste und vor allem umweltfreundlichste Möglichkeit

Grundkenntnisse über die Lebensweise der Wühlmäuse sind Voraussetzungen für erfolgreiches Fallenstellen. In Gestrüpp, hohem Gras und starker Mulchdecke bleiben sie meist unentdeckt und können vor allem im Spätherbst (Zeit des Vorratsammelns) große Schäden an Gehölzwurzeln anrichten. Dann dehnen sich die Baue auch weiter aus, als im Sommer.

Die Ausrüstung des Wühlmausfängers mit Fallen ist denkbar einfach:

  • ein Suchstab zum Aufspüren
  • ein schmaler Spachtel zum Aufschneiden der Gänge und zum Wegkratzen der eingefallenen Erde
  • und schließlich die Falle selbst.

Selbst einfachste Drahtfallen sind erfolgreich, wenn sie richtig gestellt sind. Üblicherweise bevorzugt man beidseitig fängige Drahtfallen; einseitige müssen mit der Öffnung zum Zentrum des Baues weisen und davor soll der Gang noch mindestens 30 cm gerade verlaufen.Man muss sich deshalb zuerst ein Bild von der Ausdehnung des Baues machen, denn im Zentrumsbereich sind die Wühlmäuse sehr vorsichtig und wühlen oft die Falle zu. Dann folgt die Verwühlprobe, indem man einen Gang öffnet und in beide Enden ein Stück Möhre oder Apfel legt. Ein Maulwurf wird das Möhrenstück herausschieben oder einen anderen Gang graben, die Wühlmaus dagegen holt den Köder herein und verschließt den Gang in kurzer Zeit wieder.

Bemerkenswert ist die Kastenfalle der Fa. Neudorff, genannt Wühlmausfänger. Sie arbeitet auf Köderbasis, etwa einem Möhrenstück und ist recht einfach zu spannen, ohne daß es "Fingerklemmer" gibt. Anders als bei den Drahtfallen-Systemen erfolgt die Feineinstellung gleichzeitig mit dem Spannen des Bügels. Anweisungen für optimales Aufstellen sind jeder Falle aufgeklebt.

Wühlmäuse haben neben einem sehr scharfen Gehör auch einen außerordentlich feinen Geruchssinn. Es empfiehlt sich deshalb, während der Jagd stets alte, mit Erde abgeriebene Handschuhe zu tragen. Sie halten sich auch nicht an die Regel der Maulwürfe, jeweils um 7.00, 11.00 und 17.00 Uhr die Erdhaufen zu stoßen. Narzissen meiden die Tiere, weil die Zwiebeln mit einem für sie unverträglichen Schleim versehen sind und Knoblauch mögen sie wegen des Geruchs nicht.

Schäden durch die Wühlmaus

In der Regel entstehen die meisten Baumschäden im Winter, wenn Krautwurzeln knapp sind. Am Löwenzahn, einer der bevorzugten Nahrungspflanzen, erkennt man ihre Anwesenheit; er sollte deshalb im Winter als "Zeigerpflanze" geschont werden. Andernfalls werden sofort die Wurzeln der Obstbäume, vorzugsweise von der verbreiteten Unterlage M 9, aber auch u.a. Brombeeren, Erdbeeren, Rosen genommen. Je tiefer die Temperaturen und je höher die Schneedecke (oder die Mulchdecke) ist, desto stärker sind die Fraßschäden. Sie werden oft erst deutlich, wenn die Pflanzen dann bei der kommenden Sommerhitze unter Wassermangel leiden und nach dem spärlichen Austrieb schnell welken. Schon geringer Fraßschaden wirkt sich ganz erheblich auf den Ertrag aus.

Bekämpfungsmittel im Volksglauben

Wühlmäuse sollen durch das Einlegen von Knoblauchzehen in die Gänge oder durch Nussbaum- und Holunderblätter vertrieben werden; manche schwören dagegen auf Molke, Fischköpfe und Ziegenmist.

Blanker Unsinn ist der Rat, Flaschen einzugraben, damit der darüber streichende Wind einen Heulton erzeugen soll. Zum ersten bläst ja der Wind selten so stark und im richtigen Winkel, daß Töne erzeugt werden könnten. Und dannhat man die Scherben im Garten, wenn die Flaschen bei der Bodenbearbeitung im hohen Unkraut zerschlagen werden. In alten Büchern ist zu lesen, daß man bei der Pflanzung Stachelbeer- oder Rosentriebe um die Wurzeln legen soll, um die Wühlmäuse fernzuhalten. Es fehlt aber der Rat, was zu tun sei, wenn diese Triebe nach einem Jahr verrottet sein werden. Hier irrten wohl die Alten. Ebenso wirkungslos erwies sich die Anpflanzung von Knoblauch, Wolfsmilch, Hundszunge oder Steinklee auf Baumscheiben. Ein Geschäft wird seit Jahren mit Klopf- oder Ultraschallgeräten gemacht; sie helfen auch - aber dem Hersteller, sonst sind sie völlig unbrauchbar.

Wirkungsvollere Maßnahmen

So wie bei fast allen Schadfaktoren sind erst einmal vorbeugende Maßnahmen anzuraten: · Drahtkorb aus handelsüblichem 6-eck-Geflecht (nicht plastikummantelt) mit 10 mm Maschenweite in die Pflanzgrube einpassen. Überstehende Ränder nach der Verfüllung zum Stamm hin schlagen, damit das Eindringen auch von oben verhindert wird. · Aufschichten hohlraumreicher Steinhaufen, in denen Mauswiesel Unterschlupf finden können. · Aufstellen T-förmiger, möglichst hoher Sitzkrücken für nachtaktive Greifvögel. Die Wühlmäuse kommen ja abends aus den Gängen, um zu Kräuter zu weiden. Dabei werden sie von den Greifen geholt. Wo in Gärten fleißig gehackt, gemäht und gegangen wird, halten sich Wühlmäuse und Maulwürfe wegen der ständigen Unruhe nicht gerne auf; sie verziehen sich dann lieber in Nachbars "naturnahen", ruhigeren Garten.

Giftfreie Bekämpfung

Zur direkten, giftfreien Bekämpfung eignet sich im Freizeitgarten noch immer die Falle am besten. Unter den zahllosen Systemen sind jene zu bevorzugen, welche mit Sicherheit schnell und schmerzlos töten werden. So hat die so genannte Wühlmausröhre nach innen bewegliche Klappen, wodurch sich die Tiere lebend fangen. Entweder sie ersticken darin oder es gibt Schwierigkeiten, wie man sie da herauskriegt.

Gut brauchbar ist der Wühlmausfänger von Neudorff mit ausführlicher Gebrauchsanleitung. Richtig aufgestellt ist er den meisten anderen Fallensystemen überlegen. Doch bevor man Fallen ordnungsgemäß aufstellen kann, sind zuerst die Gänge aufzuspüren und dann zu testen, ob sie überhaupt "befahren" sind. Mithilfe eines stochernden Suchstabes ist ein Gang bald gefunden und anschließend mit einem Spatenstich die Röhre beidseitig freigelegt. Dann schiebt man ein Stück Möhre oder Apfel in beide Gangenden. Der Maulwurf wird die Möhre nach außen schieben; die Wühlmaus dagegen verzehrt den Köder oder trägt ihn ein und verschließt dann die Öffnung mit Erde. Auf dieser Seite wird man dann weiter nach Gebrauchsanleitung der Falle verfahren. Die Wühlmaus hat einen außerordentlich guten Geruchssinn, weshalb stets mit Erde eingeriebene Handschuhe zu tragen sind.

Einleitung von Kohlensäure (CO2)

In größeren Obstanlagen ist das Fallenstellen wohl etwas zu aufwendig. Unter den giftfreien Methoden hat sich hier die Einleitung von Kohlensäure am besten bewährt. Das Prinzip: Kohlensäure ist schwerer als Luft, kriecht deshalb (stets hangabwärts) auch in den letzten Winkel der Gänge, verdrängt dort rasch und unmerklich die Atemluft, wodurch die Tiere schnell und schmerzlos sterben. Dazu braucht man Kohlensäure in Stahlflaschen, ein Druckminderungsventil mit Manometer, einen einfachen Druckschlauch beliebiger (meist 5 m) Länge, einen Handgriff mit Abstellventil und ein an der Spitze leicht gebogenes Aluminiumrohr in Eigenbau, das gleichzeitig als Suchstab brauchbar ist. Dazu noch ein Transportmittel für die Stahlflaschen. Die Einzelteile gibt es recht billig im Fachhandel für Schweißbedarf oder in Bierverlagen, wo man sie aus Sicherheitsgründen auch gleich zusammenbauen lässt. Es genügt eine Einleitung von 2-3 Minuten Dauer pro Einlass-Stelle bei 0,3-1,0 bar. Diese Einlass-Stellen sollten eine Entfernung von 8-10 m untereinander nicht übersteigen.

Wühlmaus und Maulwurf

Während die Wühlmaus in Gärten und Obstanlagen vielfach beträchtliche Fraßschäden anrichten kann, wird der (ausdrücklich geschützte) Maulwurf höchstens durch seine Wühlarbeit lästig. Pflanzenschäden treten dabei aber nicht auf. Trotzdem wird er gelegentlich in Unkenntnis seiner Lebensweise wegen vermeintlicher Schädlichkeit in Fallen gefangen. In einer Zeitschrift von 1914 ist folgendes zu lesen: Bei uns bringt der getötete Maulwurf fast gar keinen Nutzen. Sein Fell wird höchstens zur Ausfütterung von Blaserohren oder zu Geldbeuteln verwendet. Lebendig bringt er dagegen großen Nutzen, stellt er doch dem Ungeziefer im Boden nach. Allerdings muss auch gesagt werden, dass er sehr gerne die Regenwürmer, aber niemals Engerlinge nimmt. Ein Maulwurf muss verhungern, wenn man ihn nur mit Engerlingen zusammensperrt.

 

 

Mal Düngen - von Thomas Polz -

Auch das Düngen will gelernt sein.

Kennen Sie auch diese dickel blauen Schichten im Garten, bei denen es sich nicht etwas um Schneckenkorn handelt, sondern um eine massive Überdosierung von Blaukorn. Damit tun wir unseren Pflanzen keinen Gefallen, sondern wir versalzen damit unsre Böden.


Düngen Sie mal Ihre Küchenschellen ordentlich. Sie werden sich wundern, wie prächtig
sich diese Pflanzen zunächst entwickeln. Nur werden Sie nicht lange Freude an dieser Entwicklung haben, denn die Küchenschelle vergreist zusehends und verausgabt sich. Darüber hinaus stehen bald stickstoffliebende Unkräuter im Umfeld. Auch die Pulsatilla, dieses Hahnenfußgewächs aus Trocken- und Halbtrockenrasen nimmt natürlich gerne Stickstoff an, aber das ist sie nicht gewohnt. Nun haben wir sie zu Tode gedüngt.
 
An anderer Stelle begrüßt uns täglich ein verhungerter Flieder mit seinem Miniaturlaub.
Ihm hätte das Düngen besser getan. Über eine reichliche Düngung würden sich auch
unsere Glockenblumen, Sonnenhüte, Pfingstrosen, Oktoberkerzen oder Trollblumen
freuen.
 
Die ständig empfohlene Kombination von Rosen und Lavendel hält sich schon zu lange. Dabei sind Rosen Starkzehrer und wünschen offenen Boden. Lavendel mag dagegen als mediterraner Halbstrauch eher weniger Kompost oder starke Düngergaben. Darüber
hinaus hält Lavendel vielleicht Motten des Kleiderschrankes in Schach, die Blattläuse
der Rose ärgert er jedenfalls nicht. Die Rose hat ihre Läuse, der Lavendel plagt sich mit seinen Schaumzikaden herum.
 
Wir düngen falsch. Zur falschen Zeit, zu viel, zu wenig oder mit ungeeigneten Produkten. Auch Pflanzen brauchen Nahrung, aber sie wollen nicht gemästet werden.